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Wer tritt zu erst ein?
Wenn ich ein Date mit einem netten Mann habe, richte ich mich eigentlich immer noch an die Tradition, dass der Herr vorangeht, zunächst die Türe aufhält, mich eintreten lässt, ich stehen bleibe und er mich dann zum Tisch führt. Bei Geschäftsessen, wenn ich einlade, sehe ich es jedoch als meine Aufgabe, voran zu gehen. Bei lockerem Essen mit Freunden, mache ich mir eigentlich keine Gedanken.
Schemel im Restaurant:
Bei meiner Einladung letzten Monat in ein sehr feines Restaurant, welches durch mehrere Häubchen und Sternen ausgezeichnet ist, habe ich wieder eine besondere Entdeckung gemacht. Nachdem wir zum Tisch geleitet wurden und wir an der Tafel Platz genommen hatten, kam das freundliche Servicepersonal und schob einen roten, samtbezogenen „Fußschemel“ neben meinen Stuhl. Ich hatte nur gedacht, warum schiebt er mir den denn nicht unter die Füße, was mache ich nun, sollte ich etwas meine Beine ganz galant auf den Schemel platzieren. Gott sei Dank, hielt ich noch ein wenig inne, denn dann wurde schon meine Tasche darauf gestellt. So einen ehrwürdigen Platz hat sie nie wieder bekommen. Ich war sehr froh, dass ich zu einer extra kleinen Etuihandtasche gegriffen habe. Es gilt, je später der Termin, desto kleiner die Tasche.
Der richtige Wein:
Bei der Wahl des Weines hat sich mein Begleiter besonders wichtig gemacht, ohne zu wissen, dass die Regel "zu Fisch stets weiß" und zu "Fleisch Rotwein" zwar als Faustregel besteht, aber die Kunst es ist, davon eine Weinsorte zu finden, die mit der Zubereitung, den Soßen und Beilagen harmoniert.
Marcellas Getränketipp:
Üblicherweise werden zu einem feinen Essen folgende Getränke gereicht:
- Zur Vorspeise und Suppe werden in der Regel nichts Spezielles angeboten
- Fisch fühlt sich mit leichtem Weißwein am wohlsten
- Helles Fleisch ebenfalls mit Weißwein, wobei dieser ruhig etwas voller sein darf
- Dunkles Fleisch und Wild entfaltet seinen Geschmack am besten bei einem Glas Rotwein
- Zu deftigen Speisen und Braten passt sehr gut ein kühles Bier
- Den Abschluss bildet meist ein Espresso, Grappa, Likör oder Cognac. Zu besonderen Nachspeisen wird auch gerne ein Dessertwein gereicht.
- Auf einem festlich-gedeckten Tisch sollen auf jeden Fall alle Gläser bereitstehen, d.h. Wasserglas, Weißweinglas und Rotweinglas. Das Glas am rechten Rand ist das Erste, das benutzt werden sollte.
Der Dinner-Killer:
Mit dem Entfalten der Serviette gibt der Gastgeber das Zeichen zum Beginn des Essens. Die Serviette wird entfaltet und auf den Schoß gelegt und zwar so, dass der Mund problemlos mit der Innenseite abgetupft werden kann. Mein Begleiter hat jedoch die Serviette als eine Art Lätzchen verwendet. Nur beim Krebsessen ist dies übrigens zulässig.
Ein weiterer Killer ist übrigens der kleine, nervige und meist überflüssige Freund des Mannes, der Zahnstocher. Nachdem mein Begleiter diesen aus der Tasche gezogen hatte, war mir klar, dass ich das letzte Mal mit ihm aus war
Marcellas Bestecktipp:
Vom Zahnstocher aus der Fassung gebracht, hat der gute Mann dann auch noch sein benutztes Besteck wieder auf den Tisch gelegt. Das geht ja gar nicht.
- Neben der Grundregel von außen nach innen, die ja jeder kennt, sollte man beim Pausieren das Besteck auf die Position 20 nach sieben ablegen, d.h. Messer und Gabel liegen gekreuzt auf dem Teller.
- Beim Beenden des Ganges auf 20 nach vier, das bedeutet Messer und Gabel liegen parallel nebeneinander (die Schneide des Messers zur Gabel)
- Bei Vorspeisen, Suppen und Nachtisch werden alle benutzen Besteckteile immer auf dem Unterteller abgelegt auf keinen Fall in der leeren Suppentasse oder in der Dessertschale
Trinkgelder
Hier noch ein Tipp zum Abschluss. Beim Trinkgeld gilt es zwischen 5 und 10% zu geben um nicht überheblich oder kleinlich zu wirken. Bei der Taxifahrt sind es 10 % und beim anschließenden Roomservice, falls man verreist ist, mind. 2 Euro.